Faun 

Klosterfest in Hirsau/Calw

 

02.08.2015

 

Nachdem ich mir am letzten Wochenende auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Karlsruhe, einen Sonnenstich eingefangen habe, der Seinesgleichen suchte, dachte ich, ich mache heute einmal etwas weniger schmerzhaftes, das einem trotzdem das Gehirn verzwirbelt und in andere Welten entführt.

Was also liegt näher, als mich von Elben, Elfen und Satyren mit wunderlichen Instrumenten dorthin geleiten zu lassen.

Ich treffe gegen 18:30 Uhr auf dem Klostergelände ein.

Es ist noch ziemlich leer, was daran liegen mag, dass das Konzert erst um 20:30 Uhr losgehen soll.

Das stört mich aber nicht, denn ich habe eine Verabredung zum Interview mit dem Sänger Oliver S. Tyr von Faun.

Man beachte das Wortspiel im Namen. S. Tyr, also quasi S(a)tyr.

Nun sagen sie nur, sie kennen nicht die berühmten 3 Brüder, Satyr, Küchentyr und Hoftyr….

Entschuldigung – wenn sie mich öfters lesen, wissen sie, dass ich selten ein Wortspiel ungenutzt verstreichen lassen kann.

 

Wir, also Oliver und Ich, beschließen uns eine Bank zu schnappen und uns vor etwas Natur zu setzen.

Was nun folgt, ist ein schönes Interview, mit einem sehr netten und redegewandten Menschen, das nur von einem Auto unterbrochen wird, dem die Natur wohl zu viel wurde und dessen Fluchtweg sich just an der Stelle befindet, an der wir uns befinden.

Da ich an diesem Tage nur wenig Lust habe mich überfahren zu lassen und ich mir nicht vorstellen kann, dass Oliver lieber vor Krankenschwestern als dem Publikum singt, beschließen wir kurz zur Seite zu gehen und den Stahlkoloss vorbeiziehen zu lassen.

Danach, geht es weiter.

Nun wissen sie auch, wieso sich mitten im Interview der Blickwinkel leicht ändert.

Genug der Worte, zumindest der geschriebenen. Lasset das Interview euren Augen gewahr werden:

Nach diesem entspannten Interview, bringt mich der Tourmanager Kilian, bei dem ich mich auch nochmal bedanken möchte, da er ein sehr netter Kontaktmann war, wieder zum offiziellen Bereich.

Ich beschließe mich noch ein wenig umzusehen und esse bei der Gelegenheit einen Schnitzelweck.

Der ist wirklich gut. Kein Knorpel, kein Fett – Respekt.

Das ist wohl auch der Grund, wieso ich in der Pause später, keinen zweiten bekommen werde, da sie alle sind.

Auf dem Gelände scheint eine Firma einen Bereich gemietet zu haben auf dem sich die Mitarbeiter die Kante geben können.

Irgendwie sieht es nach Wein aus, aber ich kann nichts genaueres sehen, da ich nach kurzer Zeit von einem Mitarbeiter verscheucht werde. Aber fairerweise muss ich sagen, ich werde sehr höflich verscheucht.

Kurz überlege ich empört zu rufen: “ Ich bin die Presse !“, dann fällt mir ein, dass ich ja gar keinen Wein mag und ich lasse es bleiben.

Da sich direkt neben den Imissbuden, die Glaubensbude befindet, also eine Kapelle, lasse ich es mir nicht nehmen, Gott zu besuchen.

Man kann ja sagen was man will, aber er wohnt gemütlich.

Ich überlege kurz mich in Hansi Sandgruber umzubenennen und den Film “ Da wo Gott wohnt “ zu drehen.
Da es mir aber massiv an langen blonden Haaren mangelt, verwerfe ich diesen Gedanken wieder.
( Gruß an Hansi Hinterseer. Man mag seine Musik mögen, oder auch nicht, aber er ist einfach ein extrem netter Mensch, wenn man ihn privat kennenlernt.)

Aber wir sind ja nicht wegen Hansi und auch nicht wegen Gott hier. Naja, also irgendwie sind wir alle wegen Gott hier. Also wenn man Christ ist. Wenn man Moslem ist dann natürlich nicht, auch nicht wenn man Buddhist ist. Das sind andere Zweigstellen. ( Puh, gut gerettet )

Also wir sind heute nicht wegen Gott hier, sondern wegen Faun.

 

Die Uhr neigt sich gen 20:30 Uhr und ich nehme meinen Platz ein. Ganz vorne, erste Reihe Platz 1.

Freie Sicht auf die Bühne, wobei man da dem Veranstalter sowieso ein Kompliment machen muss, da a) die Bühne hoch genug ist und b) die Stuhlreihen weiter hinten sich nach oben abstufen, so dass jeder etwas sehen kann, egal wo er sitzt.

Es geht ein leichter Wind und die Sonne ist am untergehen.

In dieser Nacht werde ich bedauern, keine Jacke mitgenommen zu haben, denn es wird sehr frisch in Hirsau. Als ich später gegen halb Zwei in Karlsruhe stehe, sind es wieder 23 Grad. Die Rheinebene.

Das Konzert wird 2 Stunden dauern, mit 30 Minuten Pause dazwischen in der es wie bereits gesagt, keinen Schnitzelweck mehr geben wird.

 

Ich habe wieder viele Bilder vom Konzert gemacht um euch auch ohne Musik ein Gefühl davon vermitteln zu können, wie es war.

Hier nun also die Bilder, gefolgt von noch etwas Text und meinem Fazit.

Um 23 Uhr, spielen Faun das letzte Lied und kündigen an, später noch beim Merchandise vorbei zu schauen um Autogramme zu geben und Fotos machen zu lassen.

Nach ca. 30 Minuten treffen sie auch tatsächlich ein und jeder von ihnen bekommt einen silbernen Stift in die Hand gedrückt, mit denen sie wirklich auch das letzte Booklet noch unterschreiben, dass ihnen vor die Nase gehalten wird.

 

Ich lasse  es mir natürlich nicht nehmen, auch mit allen von ihnen ein Bild zu machen.

Nur die nette Chellospielerin vergesse ich leider. Aber ihr seht sie ja auf den Bildern.

Sie ist als Gast dabei, weil laut Oliver, Chellomusik sehr gut mit der Musik von Faun harmoniert.

Das kann ich bestätigen.

Mein Fazit:

Ein sehr gutes Konzert, dass einen direkt ab dem ersten Lied in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat.
Stimmen und Instrumente, harmonierten sehr gut.
Die Lightshow ist auf der Freilichtbühne etwas ins Leere gelaufen.
Das kommt in einer Halle wegen den Decken und den Wänden nochmal eine Ecke besser.
Dafür war es sehr angenehm, schöne Musik zu haben, während einem frische Luft um die Nase weht.

Das Publikum war auch begeistert und stand bei den letzten beiden Liedern permanent.

Die Freilichtbühne in der Mitte des Klosterhofes, sorgte für ein sehr schönes Ambiente und das Angebot an Speis und Trank, war angemessen.

Mir hat vor allem sehr gut gefallen, dass sich die Band nach dem Konzert so viel Zeit für ihre Fans genommen hat.
Dies ist für mich immer ein wichtiger Punkt bei Veranstaltungen.

Wer gerne einmal Musik erleben möchte, von der man sich entführen lassen kann und wer sowieso auf Mittelalter, Fabeln und Musikinstrumente steht, die in diesen Bereich gehören, kann im Prinzip mit Faun nicht viel verkehrt machen.

Auf der Homepage von Faun könnt ihr immer die aktuellen Tourdaten finden:

http://www.faune.de/faun/pages/start_de.html