Annette Postel am 25.04.2015 in Karlsruhe

 

25.04.2015 Tollhaus Karlsruhe 

 

Heute gehe ich mal in die Oper.

Genauer gesagt werde ich Annette Postel treffen um zunächst ein Interview mit ihr zu machen und mir von ihr im Anschluss die Gehörgänge durchpusten zu lassen.

Ich finde mich also gegen 18:15 Uhr vor dem Tollhaus in Karlsruhe ein.

Alle Türen zu.

Die werden mich doch nicht vergessen haben.

Zwischen 18:00 Uhr  und 18:30 Uhr sollte ich zum Interview kommen.

Bisher war bei Besuchen im Tollhaus zumindest die Kasse besetzt.

Da heute aber Wochenende ist, wird diese erst eine Stunde vor Vorstellungsbeginn für die Abendkasse geöffnet, also ab 19 Uhr,

Zum Glück sehe ich wie die nette Frau von der Theke, welche ich schon öfters getroffen habe, das Tollhaus durch eine Nebentür verlässt, und kann sie unter der Androhung sofort und ohne Unterlass vor dem Haupteingang Klagelieder von biblischem Ausmaße anzustimmen, dazu bewegen noch einmal ins Tollhaus zu gehen und Annette Bescheid zu sagen.

Nein – wie gesagt es ist die NETTE Frau von der Theke, weshalb sie auch sofort bereit ist, noch einmal hinein zu gehen.

Anders klingt es aber besser.

 

Da sich Annette gerade die Fingernägel gemacht hat und mir Nagellack nicht so gut steht, gibt sie mir nicht die Hand, was ich sehr rücksichtsvoll finde.

Sie begrüßt mich aber mit einem breiten Lächeln und einem freudigen Blick, was mir ein Gefühl gibt, als hätte sie mir die Hand gegeben – also ohne Nagellack.

Wir begeben uns in ihre Garderobe und unterhalten uns ein wenig vor dem Interview.

Freunde schauen vorbei, bringen Luftballons und wünschen ihr viel Erfolg für den Abend.

Dann setzen wir uns auf die Couch und das Interview beginnt:

Nach dem Interview, begebe ich mich ins Foyer und hole meine Karte ab.

Leider habe ich einen Platz ganz ganz hinten in der letzten Reihe bekommen.

Das Problem hierbei ist zum einen, dass die Bühne eben sehr weit weg ist und zum anderen, dass es dort hinten extrem dunkel ist.

Da ich die Show sowieso zum Großteil durch meine Kamera ansehe,  ist der Punkt mit der Entfernung nicht ganz so dramatisch, die Dunkelheit jedoch stellt mich vor ziemliche Probleme, da ich nun meine Notizen im schwachen Schimmer des beleuchteten Notausgangschildes machen muss.

Ich sage mal – Schönschrift geht anders.

Der kleine Saal ist brechend voll.

Kein Wunder, beim 20 jährigen Bühnenjubiläum.

Leider hat die Belüftung des Saales heute wohl ihren freien Tag, wodurch es im Laufe der Vorstellung immer heißer und immer stickiger wird.

Zur Pause werden daher alle Türen aufgerissen und Frischluft hineingelassen.

Überall im Saal stehen Kameras, die die Show aufzeichnen.

Daher werde ich im ersten Teil auf meinem Platz bleiben. Ich will ja niemandem durchs Bild rennen.

In Teil 2 spreche ich mich mit einem der Kameramänner ab und wir tauschen die Plätze, so dass ich nun rechts neben der Bühne stehe und aus einer anderen Perspektive Bilder machen kann.

Aber wenden wir uns nun der Vorstellung zu.

 

20 Uhr. Die Vorstellung beginnt

Zuerst sehen wir den Klavierspieler Sebastian Malz in blaues Licht getaucht am Klavier sitzen und spielen.

Dann folgte eine lange Dürre. In diesem Fall Annette Postel.

Sie stellt ihren Pianisten vor und verweist auf die Kleider hinter ihr an der Wand, welche sie im Anschluss an die Vorstellung verkaufen wird. Der Erlös geht an die Orienthelfer.

Für eine Spende an die Orienthelfer von mindestens einem Euro, bekommt man außerdem eine CD.

Was in den folgenden zweieinhalb Stunden passiert, lässt sich nur schwer beschreiben. Das muss man erleben.

Annette erzählt aus ihrem Leben, lässt die Zuschauer ein Schlagzeug schnippen, singt Lieder mit zugehaltener Nase, liest Anekdoten aus einem Märchenbuch vor, lispelt ein Lied, singt Rückwärts, wird von einer singenden Säge begleitet, singt die Carmen als männerverückte Frau und singt zum Abschluss des Abends zusammen mit dem Publikum La Le Lu.

Dabei trägt sie verschiedene Kostüme.

Wir erfahren, dass sich ihr Herz bei Playback übergibt und sie Volksmusik im Höllental erlebt hat.

Sie trifft wirklich jeden Ton – auch die absichtlich falschen Töne. Zum Beispiel als sie ein Lied singt in dem sie eine Sängerin gibt, die nie den höchsten Ton trifft.

Man merkt ihr an, dass sie ein Energiebündel ist und sie schafft es diese Energie an das Publikum weiter zu geben.

Ihre Stimme hat eine Präsenz, dass sie den gesamten Raum füllt und einen mit offenem Mund dasitzen lässt.

Bis um 22:40 Uhr rockt sie mit Oper die Bühne.

 

Nach der Veranstaltung gibt Annette noch Autogramme und unterhält sich mit den Zuschauern.

Um diesen Abend zumindest ansatzweise erlebbar zu machen, habe ich sehr viele Fotos geschossen:

Mein Fazit:

Es ist tatsächlich so. Wer noch keine Opernerfahrung hat, der sollte unbedingt einmal eine Vorstellung von Annette Postel besuchen.

Hier wird Operngesang mit Witz kombiniert.

Wenn man dabei Spaß hat und einem der Gesang gefällt, kann man sich auch durchaus einmal an eine „normale“ Oper wagen.

Ich werde das mit Sicherheit einmal tun und schauen ob die normale Oper, Annette Postel das Wasser reichen kann.

Mir hat besonders die kraftvolle Stimme gefallen, die den ganzen Raum erfüllt hat und die Tatsache, dass sie wirklich keinen einzigen Ton verhauen hat.

Man ertappt sich dabei, dass man da sitzt und denkt “ Den nächsten Ton bekommt sie nicht, der ist viel zu hoch “ und dann bekommt sie ihn eben doch und man denkt “ Wow „.

 

Ich habe an diesem Tag mit Annette Postel eine sehr nette Frau kennen gelernt, die eine Stimmgewalt hat, welche man in diesem schmalen Körper nicht vermuten würde.

Vermutlich kann sie jede Brunhilde in Grund und Boden singen.

 

Sollte Annette nicht bei euch in der Nähe auftreten, habt ihr hier die Möglichkeit eine DVD und CD´s von ihr zu erwerben:

Annette Postel: Sing Oper Stirb! – DVD

Annette Postel: Blond 2 — frisch getönt!

Annette Postel: Chanson purPur …keine Diva fällt vom Himmel

 

Hier noch die Homepage von Annette Postel:

http://www.annette-postel.com/