Abdelkarim am 13.02.2015 in der alten Seminarturnhalle Nagold

Ein Abend wie bei Freunden im Wohnzimmer

 

Freitag der 13.

Für Abergläubische Menschen ein Tag an dem man am Besten im Bett bleibt und die Decke weit über den Kopf zieht.

Für mich seit jeher ein Glückstag.

Und so auch heute.

Ich fand mich gegen 18 Uhr in der alten Seminarturnhalle in Nagold ein, da ich zwischen 18 und 19 Uhr ein Interview mit Abdelkarim vereinbart hatte. Genauer gesagt mit seinem Manager. Für dieses Interview habe ich mir im Vorfeld rote Ohren telefoniert und blutige Finger getippt, denn der Manager von Abdelkarim ist ein wirklich guter Manager, dem das Wohl seines Schützlinges sehr am Herzen liegt.

Und wer schon einmal versucht hat einer Henne, ein Ei unter dem Hintern weg zu mopsen, der wird wissen, wie es mir ergangen ist.

Im Vorfeld sei schon einmal so viel gesagt – es hat sich gelohnt. Und einen herzlichen Dank an den Manager, dass er erlaubt hat, das Abdelkarim zum spielen rauskommen darf. 😉

Nein – im Ernst. Es war wirklich ein sehr angenehmer Kontakt zu Manager und Künstler.

Generell, war der Abend extrem angenehm in vielerlei Hinsicht.

Aber ich möchte am Anfang beginnen. Das hat sich im Laufe der Jahre einfach bewährt.

 

Ich kam also gegen 18 Uhr an. Die Halle war sehr gut zu finden und machte bereits von Außen einen sehr urigen Eindruck im Besten Sinne.

Das war aber nichts, gegen das Innere.

Wenn man die Halle betrat, befand sich zur linken eine Theke, an der Essen und Trinken verkauft wurde, zur rechten war die Kasse.

Die Halle selbst bot Platz für knapp 300 Personen und war mit normalen Stühlen in mehreren Reihen bestückt.

Eine Konzertbestuhlung, wie ich mir später sagen ließ.

Es gibt auch noch die Bistrobestuhlung, bei der zwar weniger Menschen in der Halle sitzen können, dafür gibt es dann Tische an denen bewirtet wird.

Aber wie gesagt, in diesem Falle – nur Stühle, keine Tische.

Ein Parkettboden und alte Holzbalken geben der Halle etwas warmes und gemütliches. Aber was soll ich lange reden, seht es euch selbst an, ich habe ja Fotos gemacht.

 

Also auf gut deutsch – Schweinegemütlich

Sehr erfreulich fand ich auch, dass die Bühne relativ hoch gesetzt ist, so dass man selbst in den hinteren Reihen, den Künstler gut sehen kann und nicht nur ein Kopf zu sehen ist.

 

Etwas ganz besonderes sind die Menschen, die sich dort um die Halle kümmern, denn sie arbeiten alle ehrenamtlich !

Sie opfern ihre Freizeit unentgeltlich um den Menschen in Nagold und Umgebung etwas Kultur und Spaß bieten zu können.

Ich habe mich mit dem Vorsitzenden des Vereins unterhalten und er meinte, dass am Ende des Jahres für gewöhnlich eine schwarze Null in der Bilanz steht. Man gibt also gerade das aus, was man einnimmt. Manche Veranstaltungen, werden sogar mit einem Minus abgeschlossen.

Ich werde später noch etwas genauer auf diese Menschen eingehen.

 

Gegen 18:30 Uhr kam Abdelkarim dann in die Halle und mein erster Gedanke war: “ Boah der ist ja richtig groß !“

Ich bin ja mit knapp 1,80 m nicht gerade der kleinste, aber neben ihm, kam ich mir sehr klein vor.

Zur Verdeutlichung hier ein Bild von uns beiden.

IMG_0418

Nachdem er in seiner Garderobe eine Kleinigkeit gegessen hatte, konnte das Interview beginnen.

Danach begann um 20 Uhr die Show:

Das Licht geht an.

Abdelkarim betritt die Bühne

Kurze Begrüßung auf Englisch.

Er sieht mich an: “ Do you taking a Picture ? “ Dann posiert er in die Kamera.

 

Abdel posing 001

Er sieht ins Publikum : “ Auf deutsch lieber “ dann stellt er sich vor.

Was sofort positiv auffällt ist, dass er direkt das Publikum mit einbezieht und so nicht das Gefühl aufkommt, auf der einen Seite der Künstler und auf der anderen Seite das Publikum, sondern als hätte man einen Freund vor sich der einem eine Geschichte erzählt.

Trotz, dass er natürlich sein geplantes Programm durchzieht, fühlt es sich so an, als ob er dieses Programm ganz speziell für den Ort und die Menschen machen würde, vor denen er auftritt.

Er vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, etwas besonderes zu sein.

Nachdem er das Publikum so im Griff hat, nimmt er sein Programm in Angriff und es fällt gar nicht mehr auf, dass es an jedem Ort das gleiche Programm ist.

Ich sage immer “ Jeder weiß, dass ein Film nicht real ist, das Wrestling gescripted ist und dass Künstler ein Programm haben, das sie durchziehen. Einen wirklich guten Schauspieler, Wrestler oder Künstler, erkennt man daran, dass er sein Publikum dies vergessen lässt.“

Und eben so ist es an diesem Abend bei Abdelkarim.

Die Themen sind weit gefächert. Von der NPD, über die Polizei, bis hin zu Jogi Löw und Friends.

Jogi Löws Multikultitruppe, in der eigentlich nur noch ein Indianer fehlt, oder das Poster von Oli Kahn im Zimmer, das böse Geister vertreiben soll, sorgen immer wieder für Lacher.

Auch die Generation Facebook wird nicht ausgespart.

Arbeitsamt, Migranten etc. etc. etc.

Abdelkarim, schießt sich nicht auf eine Gruppe ein. Jeder kommt mal dran.

Und das ist ein Punkt, der diesen Kerl so sympathisch macht. Man merkt dass er niemandem wehtun möchte, sondern die Menschen nahezu liebevoll durch den Kakao zieht.

Etwas erfrischendes in der heutigen Zeit, in der sich immer mehr Menschen am Unglück anderer weiden und darüber amüsieren.

 

Was mir an diesem Abend mit am Besten gefallen hat, ist dass dieser Abend wohl viel mehr zur Völkerverständigung und Integration beigetragen hat, als man vermuten möchte.

Eine Halle voller Menschen hatte zusammen Spaß und hat sich amüsiert. Egal welchen Glaubens oder welcher Hautfarbe sie waren. Es hatten einfach alle Spaß.

Zwei Sitze neben mir saß eine junge Türkin mit Kopftuch, die hatte ein so süßes Lachen, dass mir jedesmal das Herz aufgegangen ist, wenn ich es gehört habe.

Und das hat mich wirklich glücklich gemacht.

Das ist der Moment, an dem man es schade findet, dass die unterschiedlichen Kulturen in Deutschland nicht viel öfters etwas zusammen machen, zusammen Lachen und Spaß haben, sondern dass zwischenmenschliche Kontakte, leider oftmals durch Misstrauen geprägt sind.

In diesem Sinne, danke ich Abdelkarim, für seinen Auftritt, der mir ausgesprochen gut gefallen hat.

 

Nach seinem Programm, gab er in einem kleinen Nebenraum noch Autogramme, ließ Fotos mit sich machen und verkaufte seine aktuelle CD.

Danach zog er sich noch einmal in seine Garderobe zurück um etwas auszuspannen.

Ich nutze diese Gelegenheit um noch ein paar Minuten ganz entspannt mit ihm zu plaudern. Er ist einfach ein toller Kerl. Keinerlei Starallüren, immer für sein Publikum da.

 

Kommen wir noch einmal auf die Menschen zurück, welche die alte Seminarturnhalle in Nagold betreiben.

An diesem Abend waren es ca. 30 ehrenamtliche Personen, die einen reibungslosen Ablauf des Abends garantiert haben.

Diese Menschen, haben wesentlich dazu beigetragen, dass in Halle, ein Gefühl von großem Wohnzimmer aufkam.

Ein Grund, wieso auch viele namhafte Künstler wie Lisa Fitz, Emil oder Ingo Appelt gerne dort auftreten, was man an einigen der Plakate weiter unten sehen kann.

Der Vorsitzende des Vereins “ Förderverein Alte Seminarturnhalle e.V. “ Wolfgang Schäfer auf die Frage, was diese Halle zu etwas besonderem macht:

Ein Ziel des Fördervereins ist es, gezielt jungen Künstlern und Musiker die Möglichkeit zu geben auch mal vor einem etwas größeren Publikum auftreten zu können. In die Halle passen 320 Menschen, was sogar noch etwas mehr ist, als bei normalen Kleinkunstbühnen, welche für gewöhnlich um die 200 Menschen unterbringen können.

ca. 500-600 Bewerbungen gibt es in jedem Jahr von Bands, die gerne in der Halle spielen möchten, da sie zum einen eine vollwertige Konzertausstattung vorfinden, inklusive Bühnenlicht etc. mit der man jedes Heavy Metal Konzert stemmen könnte und zum anderen auch mal mit einem Plus an Einnahmen nach Hause fahren und nicht wie bei vielen anderen Auftritten am Ende draufzahlen.

Man möchte aber auch den Menschen in und um Nagold herum Kultur und Unterhaltung bieten können.

Im Moment bewegt sich der Einzugsbereich der Halle zwischen 80.000 und 100.000 Menschen.

Etwas ganz besonderes dort ist es, dass nach der Vorstellung, wenn die Gäste gegangen sind, Tische zu einer langen Tafel zusammengestellt werden und dann die Mitarbeiter zusammen mit dem Künstler noch eine Weile zusammensitzen, etwas essen, trinken und ein Schwätzchen halten.

 

Abschließend ist für mich zu sagen, dass es ein ganz toller Abend war und ich mich sehr wohl gefühlt habe.

Ich wünsche dem Verein möglichst volle Häuser und dass sie so herzlich bleiben wie sie sind.

Wer also gerne einen gemütlichen Abend mit guter Unterhaltung erleben möchte, der ist in der alten Seminarturnhalle in Nagold bestens aufgehoben.

Ich selbst, werde bald wieder dort sein, um für euch von einem der nächsten Events zu berichten. Seid gespannt.

 

Ein kleiner Auszug vergangener Veranstaltungen:

Die Website der alten Seminarturnhalle findet ihr hier. Da kann man auch direkt Tickets für die Veranstaltungen bestellen:

http://www.alte-seminarturnhalle.de/

 

Wer gerne das aktuelle Programm von Abdelkarim erwerben möchte, kann dies hier tun:

Zwischen Ghetto und Germanen: WortArt

 

Manche Veranstalter, wie die alte Seminarturnhalle in Nagold, vermarkten ihre Karten ja selber, andere haben dies an Ticketportale ausgelagert.

Für diese Tourtermine, gibt es hinter den Daten unten einen Link für Tickets.

Bei allen Terminen hinter denen sich kein Link befindet, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Selbstvermarktungen und ihr müsste euch mit den Veranstaltern vor Ort in Verbindung setzen.

Karten für die jeweiligen Vorstellungen gibt es hier:

Tourdaten, so weit bis jetzt feststehend:

Februar 2015

26.02.15 Esslingen Dieselstraße
27.02.15 Singen (Bodensee) Kulturzentrum GEMS

März 2015

06.03.15 Lorsch Sapperlot
07.03.15 Schöneck (Hessen) Bürgertreff
08.03.15 Baienfurt Hoftheater
12.03.15 Koblenz Café Hahn
13.03.15 Kaarst Albert-Einstein-Forum
19.03.15 Dresden Jindrich Staidels Migrantenscheune
21.03.15 Karlsruhe Tollhaus
25.03.15 Hildesheim Komische Nacht
27.03.15 Dortmund Cabaret Queue
29.03.15 Kiel Metro Kino

alle weiteren Termine auf www.abdelkarim.tv